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Klicktafel · Technik · Klasse 9–10

Alarmanlage mit Transistor

Fällt Licht auf den Fotowiderstand, piept der Summer. Wie schafft ein Bauteil das, das gar nicht im selben Stromkreis liegt wie der Summer? Bauteile zuordnen, Spannungsteiler rechnen, Poti einstellen, messen, simulieren und umbauen.

Einstieg

Wer war an der Schublade?

Station 1 · Bauteile

Wer ist wer?

Auftrag: Tippt eine Nummer an, dann den passenden Begriff. Erst alle sieben zuordnen, dann prüfen.

Station 2 · Stromkreise

Wo fließt welcher Strom?

Auftrag: Fahrt mit dem Finger von Plus nach Minus – einmal durch den Summer, einmal in die Basis. Was gehört wohin?

Station 2 · Steuerstrom

Wie viel Strom braucht die Basis?

Auftrag: Schätzt zuerst und begründet, dann auflösen.

Station 3 · Spannungsteiler

Wie viel Spannung bleibt für die Basis?

+− 9 V LDR? kΩ Poti1 kΩ zur Basis

✎ Zettel und Stift · jede und jeder für sich6 Minuten

LDR und Poti liegen in Reihe an 9 V, das Poti steht auf 1 kΩ. Den Transistor denkt ihr euch für diese Aufgabe weg.

  1. Hell: Der LDR hat 2 kΩ. Welche Spannung liegt am Poti, welche am LDR?
  2. Abgedunkelt: Der LDR hat 17 kΩ. Welche Spannung liegt jetzt am Poti?
  3. Der Transistor schaltet ab etwa 0,7 V an der Basis. In welchem Fall piept der Summer?

Tipp: Die 9 V teilen sich im Verhältnis der Widerstände auf. Ohne Taschenrechner lösbar.

Für Schnelle: Bei welchem LDR-Widerstand liegen genau 0,7 V am Poti?

Station 4 · Justieren und messen

Liegen im Hellen wirklich 3 V an?

✋ Ausprobieren · an eurer Platine12 Minuten

Material
eure Alarmanlage, 9-V-Block, Multimeter (Gleichspannung, Bereich 20 V), kleiner Schraubendreher
Rollen
zu zweit: eine Person stellt ein, eine misst und schreibt auf
  1. Vermutet: Nach der Rechnung liegen im Hellen 3 V am Poti. Was zeigt das Multimeter, wenn der Summer piept?
  2. Justiert: Dreht das Poti, bis der Summer bei Raumlicht gerade eben piept. Finger auf den LDR: Jetzt muss er still sein.
  3. Messt die Spannung am Poti, also zwischen Basis und Emitter: einmal mit Finger auf dem LDR, einmal ohne.

Auswertung: Was habt ihr gemessen – und warum keine 3 V?

Station 5 · Simulation

Einstellen am Bildschirm

Auftrag: Poti so einstellen, dass der Summer bei 500 lx gerade eben piept. Bei welcher UBE?

Steuerstromkreis: BasisstromArbeitsstromkreis: Strom im Summer

Station 6 · Erklären

So funktioniert die Alarmanlage

Auftrag: Tippt so oft auf eine Lücke, bis das passende Wort dasteht. Dann prüfen.

Station 7 · Bauteile auswählen

250 Ω, 1 kΩ oder 10 kΩ?

Auftrag: Entscheidet euch und begründet. Dann auflösen und in der Simulation nachprüfen.

Im Materialschrank liegen Potis mit 250 Ω, 1 kΩ und 10 kΩ. Mit welchem lässt sich die Alarmanlage am feinsten einstellen?

Station 8 · Umbauen

Oben und unten tauschen

Auftrag: Vergleicht beide Spannungsteiler. Vermutet, dann auflösen.

bisher LDRPoti zur Basis +− getauscht PotiLDR zur Basis +−

Poti oben, LDR unten: Wann piept die Schaltung jetzt?

Station 9 · Anderer Sensor

Ein Hitzewarner für das Terrarium

✎ Zettel und Stift · jede und jeder für sich8 Minuten

Ein NTC (Heißleiter) hat bei Wärme einen kleinen und bei Kälte einen großen Widerstand. Der Summer soll piepen, wenn es zu warm wird.

  1. Kommt der NTC nach oben (statt LDR) oder nach unten (statt Poti)?
  2. Zeichnet den Schaltplan.
  3. Begründet in zwei Sätzen mit dem Spannungsteiler.

Für Schnelle: Ein Frostwarner soll bei Kälte piepen. Wohin kommt der NTC jetzt?

Abschluss

Check

Auftrag: Jede und jeder entscheidet sich zuerst, dann auflösen.

Das Poti steht ganz auf 0 Ω. Was passiert, wenn Licht auf den LDR fällt?

Der Summer piept. Was zeigt das Multimeter zwischen Basis und Emitter?

Welches Bauteil liegt im Arbeitsstromkreis?

Ausblick

Weiterbauen und simulieren

Auftrag: Sucht euch einen Umbau aus. Vermutet zuerst, was passiert. Dann baut oder simuliert ihn.

Andere Aktoren statt Summer

  • LED mit 470-Ω-Vorwiderstand: Licht statt Ton.
  • Relais: schaltet größere Verbraucher. Parallel zur Spule gehört eine Freilaufdiode, sonst kann die Spannungsspitze beim Abschalten den Transistor zerstören.
  • Lämpchen oder helle LED, die auf den LDR leuchtet: Einmal an, hält sie sich selbst an (Selbsthaltung). So funktioniert die „Magische Lampe“.
  • NTC oben: Hitzewarner. LDR unten: Nachtlicht.

Am Rechner

Hinweise für Lehrkräfte

Jahrgang und Zeit

Klasse 9–10, Technik (Elektronik), passend zum Löten der Alarmanlage auf Lochraster.

45 Minuten: Einstieg, Stationen 1–3, Simulation (5), Lückentext (6), Check.

90 Minuten: alles, mit Justieren und Messen an der eigenen Platine (4), Poti-Wahl (7) und Umbauten (8, 9, Ausblick).

Lernziele

  • Bauteile und Transistoranschlüsse benennen, Sensor und Aktor unterscheiden.
  • Steuer- und Arbeitsstromkreis im Schaltplan verfolgen.
  • Den Spannungsteiler aus LDR und Poti erklären und berechnen.
  • Begründen, warum der Transistor ab etwa 0,7 V schaltet und die Spannung an der Basis danach kaum steigt.
  • Das Poti justieren und einen Bauteilwert begründet auswählen.

Typische Fehlvorstellungen

  • „Der LDR liefert den Strom für den Summer.“ Richtig: Die Batterie liefert ihn, der LDR steuert nur.
  • „Im Hellen liegen an der Basis mehrere Volt.“ Richtig: etwa 0,7 V, mit sehr viel Licht bis etwa 0,9 V; mehr Licht bringt vor allem mehr Basisstrom (Station 4).
  • „Mehr Ohm am Poti heißt feinere Einstellung.“ Richtig: Es kommt darauf an, wo der nötige Wert auf dem Drehweg liegt (Station 7).
  • „Der Transistor verstärkt die Spannung.“ Richtig: Hier schaltet ein kleiner Strom einen größeren Strom.
  • „Das Poti gehört zum Steuerstromkreis.“ Durch das Poti fließt kein Basisstrom; es teilt mit dem LDR die Spannung und legt so fest, wann Basisstrom fließt. Darum ist es in Station 2 nicht markiert und nicht zum Zuordnen dabei.

Ausprobieren (Station 4)

Material: gelötete Platinen, 9-V-Blöcke, Multimeter, kleine Schraubendreher. Gemessen wird am Poti; ohne Basiswiderstand ist das dieselbe Spannung wie zwischen Basis und Emitter.

Ohne fertige Platinen: Station 5 übernimmt die Messung.

Welches Poti? (Rechnung zu Station 7)

Bei 9 V schaltet der BC547, wenn der LDR etwa 12-mal so groß ist wie das Poti. Bei 300–750 lx hat der kleine LDR (9 kΩ bei 10 lx) rund 0,4–1,6 kΩ, der große (Ø 12 mm, 2–5 kΩ bei 10 lx) rund 0,1–0,9 kΩ. Nötig sind also nur etwa 35–135 Ω (klein) bzw. 8–75 Ω (groß).

Empfehlung: 250 Ω (oder 220 Ω), passend für beide LDR; die Einstellung liegt dann bei etwa 3–55 % des Drehwegs, und es reicht bis zu Schwellen von etwa 60 lx (kleiner LDR) bzw. 12 lx (großer LDR). 1 kΩ geht, ist aber vor allem mit dem großen LDR fummelig (1–8 % des Drehwegs). 10 kΩ ist für beide ungeeignet (unter 1,5 %). Faustregel: Nennwert des Potis etwa halb so groß wie der LDR-Widerstand bei Raumlicht (mit dem Multimeter messen).

Schaltzeichen: Die Tafeln zeigen das Potentiometer mit Schleifer (Pfeil senkrecht auf das Rechteck, DIN EN 60617). Angeschlossen sind der Schleifer (Mittelbein) und ein Ende, das dritte Beinchen bleibt frei (offener Kreis) – so, wie die Klasse lötet. Elektrisch gleichwertig ist das Zeichen des einstellbaren Widerstands (Pfeil schräg durch das Rechteck); es zeigt aber nicht, welche Beinchen benutzt werden.

Das Poti mit zwei Beinchen anzuschließen ist richtig und üblich: Schleifer und ein Außenanschluss ergeben einen einstellbaren Widerstand. An den beiden Außenbeinen wäre es ein fester Widerstand.

Belastung und Schutz

Solange es hell ist, fließen bei 9 V durch LDR und Poti rund 7–12 mA (kleiner LDR) bzw. 13–55 mA (großer LDR); im großen LDR werden dabei rechnerisch 0,1–0,45 W warm, im kleinen bis 0,1 W. Die Händlerangaben nennen keine Höchstleistung; 5-mm-LDR vertragen meist 100 mW. Aufgefallen ist im Unterricht bisher keine Erwärmung. Wer die Batterie schonen will: 1 kΩ in Reihe zum LDR. Dann fließen beim großen LDR nur rund 6 mA, und das Poti steht bei etwa 100–120 Ω. Ein aktiver Piezo-Summer braucht keine Freilaufdiode, ein Relais schon. Der BC547 schaltet höchstens 100 mA: Für die „Magische Lampe“ also ein Lämpchen unter 100 mA oder eine helle LED.

Tausch und andere Sensoren (Station 8, 9)

LDR unten, Poti oben, LED mit 470 Ω: Für ein Nachtlicht passt oben ein 47- oder 100-kΩ-Poti. Ganz aufgedreht geht die LED unterhalb von etwa 6–30 lx (kleiner LDR) bzw. 1–7 lx (großer LDR) an, zurückgedreht schon bei mehr Licht. Mit 1 kΩ oben ist sie praktisch immer an, mit 10 kΩ unterhalb von rund 500 lx (klein) bzw. 100 lx (groß). Hitzewarner mit NTC 10 kΩ oben und Poti um 470 Ω unten: schaltet zwischen etwa 25 und 40 °C. Der Frostwarner (NTC unten) braucht oben mehrere 100 kΩ und liefert mit einem BC547 nur wenige Milliampere; für einen lauten Summer besser zwei Transistoren (Darlington).

Am Rechner

Tinkercad (Autodesk): Die Lehrkraft braucht ein Konto, Schülerinnen und Schüler treten einer Klasse mit Klassenlink oder Klassencode und einem Spitznamen bei, ohne E-Mail. Falstad läuft ohne Anmeldung; sein LDR-Modell ist stark vereinfacht.

Station 1 und der Lückentext (Station 6) bauen die LearningApps „Begriffe an der Alarmanlage“ und zur Justierung nach. Station 2 geht über die LearningApp „Steuer- und Arbeitsstromkreis“ hinaus: Die Klasse verfolgt die Wege zuerst im ungefärbten Plan und ordnet Bauteile zu; die gelbe und blaue Markierung erscheint erst als Lösung.

An der Tafel

Adresse mit #tafel startet den Tafelmodus, #tafel-6 die sechste Tafel. → / Bild↓ weiter, ← / Bild↑ zurück, Esc beendet. Das Messgerät in der Simulation liegt parallel zum Poti und damit parallel zur Basis-Emitter-Strecke; es zeigt UBE. Im Modell beginnt der Basisstrom bei etwa 0,60 V, der Summer wird ab 0,64 V leise und piept ab 0,70 V. Die Simulation rechnet mit 9 V, BC547B, den beiden LDR der Schule (9 kΩ bzw. 3,5 kΩ bei 10 lx, γ = 0,6 angenommen) und einem Summer mit etwa 15 mA. Die Summer wechseln je nach Bestand; aktive Piezo-Summer für 3–12 V funktionieren alle.